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10/2020
 

Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn, er wird’s wohlmachen.

Psalm 37,5


Zu den bedeutenden Baudenkmälern der norddeutschen Gotik gehört der Dom St. Stephanus in Halberstadt. In fachkundigen Führungen werden interessierten Besuchern die kulturgeschichtlichen und architektonischen Details des imposanten Bauwerks und der kostbaren Innenausstattung erklärt. Dabei fällt auf, dass im Mittelschiff des Doms, in der Nähe des Taufsteins aus dem 12. Jahrhundert, gut sichtbar ein Walwirbel aufgehängt ist und sich ein größerer Feuerstein an der gegenüberliegenden Seite befindet. Der Überlieferung nach sollte der Walknochen vor Überschwemmungen und der Feuerstein vor Brandkatastrophen schützen. Beide Relikte aus vorchristlicher Zeit sind Bestandteile dieses christlichen Gotteshauses und bilden eine irritierende Verbindung von Aberglaube und christlicher Anbetungsstätte.

Kennen wir in unserem Leben vielleicht vergleichbare Situationen? Können wir uns eventuell auch nicht von vertrauten Gewohnheiten trennen, die uns eher von Gott wegführen? Oder versuchen wir manchmal Kompromisse zu machen, um uns nicht von bestimmten Formen des Lebensstils zu trennen, weil sie vielleicht populär sind und wir sie nicht missen möchten? Oder haben wir manche nichtchristlichen Werte und Normen unserer Gesellschaft schon so verinnerlicht, dass wir versuchen, sie in unser Glaubensgebäude zu integrieren? In 1. Könige 18,21 steht: „Da trat Elia zu allem Volk und sprach: Wie lange hinkt ihr auf beiden Seiten? Ist der HERR Gott, so wandelt ihm nach, ist’s aber Baal, so wandelt ihm nach. Und das Volk antwortete ihm nichts.„

Gott möchte, dass wir uns ganz für ihn entscheiden und unser Vertrauen in ihn setzen. Es gibt genügend Versuchungen, uns ablenken zu lassen, modernen Götzen besondere Kräfte zuzuschreiben oder uns Gott nur halbherzig zuzuwenden. Schon im ersten Gebot fordert Gott uns auf: „Du sollst außer mir keine anderen Götter verehren.„ (2 Mo 20,3 Hfa) Und in Matthäus 22,37 (Hfa) steht: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe und mit deinem ganzen Verstand."

Auch heute können wir Gott unser ganzes Leben übergeben, seine Gegenwart und Liebe persönlich erfahren und den Segen erleben, den Gott uns schenken möchte.

Dagmar Heck


© Advent-Verlag Lüneburg


38/2018 | 20/2020