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46/2017
 

Es ist die eigene Begehrlichkeit, die den Menschen ködert und einfängt. Wenn jemand ihr nachgibt, wird die Begehrlichkeit gleichsam schwanger und gebiert die Sünde. Und wenn die Sünde ausgewachsen ist, bringt sie den Tod hervor.

Jakobus 1,14-15 (Gute Nachricht Bibel)

Ein nicht ganz verschlossenes Fenster im Vorratsraum und ein mit flüssigem Honig gefülltes Glas, das ebenfalls nicht ganz verschlossen war. Als ich am nächsten Tag den Raum betrat, bot sich ein unschönes Bild: Durch den Honigduft angelockt, waren viele Bienen und Wespen herbeigeflogen und hatten ihre Begehrlichkeit mit ihrem Leben bezahlt. Sie waren in dem flüssigen Honig erstickt. Es waren noch sehr viele in der Kammer am Herumfliegen, die sich durch das Schicksal ihrer Genossen nicht abhalten ließen. Zitternd vor Naschlust hingen sie am Rand des Glases und bogen ihre Leiber. Bald klebten ihre Füße an der süßen Masse. Und nach und nach kostete es allen, die hineinfielen, das Leben.

Viele Menschen gleichen diesen Bienen und Wespen! Ein wenig Neugierde zunächst, ein wenig Begehrlichkeit, aber bald überwindet die Begierde jede hemmende Schranke. Von der Lust zur Sünde (und vielleicht zur Sucht) ist es dann nur ein kleiner Schritt. Bevor der Mensch sich dessen bewusst wird, wächst der Same der Begehrlichkeit und „gebiert die Sünde“, wie Jakobus es im Andachtstext beschreibt. So harmlos die Versuchungen zunächst auch aussehen - sie locken die Menschen an wie der Honig die Insekten und werden zum Fallstrick.

Jakobus schrieb vorher: „Glückselig der Mann, der die Versuchung erduldet! Denn nachdem er bewährt ist, wird er den Siegeskranz des Lebens empfangen, den der Herr denen verheißen hat, die ihn lieben.“ (Jak 1,12 EB) Das ewige Leben ist noch nicht verloren für alle, die gesündigt haben und zur Erkenntnis ihrer Schuld kommen. Vergebung und Befreiung sind stets möglich durch Jesus Christus. Mit all unseren Lasten und Bindungen der Sünde dürfen wir zu ihm kommen. Er will uns Vergebung, Frieden und Freiheit schenken.

Alle Menschen müssen zwar sterben; das ist eine Folge des Sündenfalls im Paradies. Doch die Errettung durch Jesus ist sicher, auch wenn wir sterben sollten. Er wird alle, die ihn lieben, bei seiner Wiederkunft zum ewigen Leben auferwecken. Und sollten wir noch leben, wenn er kommt, wird er uns verwandeln und „so werden wir bei dem Herrn sein allezeit“ (1 Ths 4,17).

Klaus Schulz


© Advent-Verlag Lüneburg


02/2012 | 35/2006