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05/2017
 

Achte den Sabbat als einen Tag, der mir allein geweiht ist!

2. Mose 20,8 (Hoffnung für alle)

Keine zwei Tage ist das neue Jahr 2016 jetzt alt. Wir wissen nicht, was die kommenden 52 Wochen alles bringen werden. Die Zukunft bleibt uns allen erst einmal verschlossen, wir müssen sie erleben, um sie kennenzulernen. Sobald sie aber da ist, wird sie schon wieder zur Vergangenheit. Unaufhaltsam fließt die Zeit an uns vorbei. Bei manchen Dingen werden wir uns wahrscheinlich wünschen, sie würden nie zu Ende gehen. Bei anderen dagegen wäre es vielleicht schöner, sie würden überhaupt nicht geschehen. Aber genau so, wie wir die Zukunft nicht kennen können, haben wir keine Wahl bei dem, was sie uns bringt. Im Guten und im Schlechten sind wir dem Jahr 2016 ausgeliefert.

Gegen diese Unvorhersehbarkeit der Zukunft steht ganz bewusst der allwöchentlich wiederkehrende Sabbat (Samstag), den wir heute zum ersten Mal in diesem neuen Jahr feiern. Er ist das Versprechen Gottes, unter uns und bei uns zu sein in allen Wochen des Jahres.

Ist uns eigentlich schon einmal bewusstgeworden, dass Gott nur ein Siebtel des Jahres für sich beansprucht und uns über 310 Tage im Jahr schenkt, damit wir unsere irdischen (und manchmal sinnlosen) „Tätigkeiten verrichten“ können und sollen? (2 Mo 20,9 GNB)? Wie irdisch hat Gott doch für uns gedacht, als er dies sogar in den Geboten niederlegte.

Zugleich ist aber der Sabbat auch das Angebot Gottes an uns, diesen Tag in den kommenden Wochen und Monaten zum Kraftschöpfen zu nutzen, indem wir uns von der aufreibenden Betriebsamkeit und auch von den Belanglosigkeiten des Alltags, die uns gefangen nehmen, körperlich wie geistig-geistlich, zu erholen.

Somit bleibt das Jahr, in dem wir 313 Tage für uns haben dürfen, dennoch ein Anno Domini 2016: ein „Jahr des Herrn“ - so hätten unsere Vorfahren es genannt. Auch wenn diese Sprechweise ausgestorben ist - der Anspruch an uns bleibt doch derselbe: das Jahr 2016 als ein Jahr des Herrn zu erleben, indem wir ihn in unser Leben lassen - und das an den schönen und auch an den hässlichen Tagen des kommenden Jahres. Uns speziell auf Jesus Christus zu besinnen, dazu sind wir ganz besonders am Sabbattag eingeladen, denn der Sabbat ist der „Tag des HERRN“ (Jes 58,13), und Jesus ist der „Herr des Sabbats“ (Mk 2,28 Eb).

Udo Worschech


© Advent-Verlag Lüneburg


45/2016 | 02/2017