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30/2016
 

Der Herr kämpft für euch, ihr aber könnt ruhig abwarten.

2. Mose 14,14 (Einheitsübersetzung)

Ferienzeit, Urlaub - für viele ist Wasser ein faszinierendes Element: Erholung am Strand, Segeln auf einem See oder eine Bootsfahrt auf einem Fluss. Die Weite des Meeres, das Spiel der Wellen, die Farbe des Wassers lockt viele in die Ferne.

Für all solche Schönheiten hatten die Israeliten keinen Blick: Sie standen vor dem Roten Meer und hinter ihnen zog das feindliche Heer der Ägypter heran. Eine schier ausweglose Situation! Da ist es nicht verwunderlich, dass sie „laut zum Herrn schrien“ (V. 10). Im krassen Gegensatz dazu steht die Zusage Moses: „Ihr werdet stille sein“ oder: „Ihr könnt ruhig abwarten“ (V. 14 LB/EÜ).

Auch wir kennen in unserem Leben schier ausweglose Situationen: Langzeitarbeitslosigkeit, Streit und Zerwürfnis in der Familie, finanzielle Krisen, eine schwere Krankheit, der Verlust von Angehörigen. Es geht nicht mehr vor und zurück, uns bleibt nur der Schrei zu Gott. Not lehrt beten, Not lehrt schreien!
Wie wirkt in einer solchen Situation die Zusage auf uns: „Der Herr kämpft für euch, ihr aber könnt ruhig abwarten?“ Können wir ruhig abwarten? Haben wir die Geduld und Gelassenheit dazu - und das Vertrauen?

Ja, es stimmt: Gott hat in dieser Notlage der Israeliten machtvoll eingegriffen - aber auf ungewöhnliche Weise und in quälend langer Zeit. Zuerst verdunkelte die Wolkensäule den Ägyptern die Sicht (V. 20) und dann dauerte es die ganze Nacht, bis der Wind das Meer trockengelegt hatte (V. 21).

So kann es auch bei uns sein: Gott greift auf unvermutete Weise ein, sodass wir seine Hilfe vielleicht erst gar nicht erkennen. Er greift auf indirekte Weise ein und nutzt Naturphänomene, Alltagsereignisse oder andere Menschen für sein Handeln. Und manchmal kommt seine Hilfe sehr spät, und es dauert sehr lange. Das stellt unsere Geduld auf eine harte Probe.

So ist es eine Herausforderung in unserem Glaubensleben, immer wieder auf Gott zu vertrauen, denn der Herr wird für uns kämpfen - wenn auch oft nicht so, wie wir uns das wünschen. Und es ist auch eine Herausforderung, dazu die nötige Geduld aufzubringen.

Wohl dem, der den langen Atem hat und ruhig abwarten kann! Er wird „die Rettung des HERRN“ erleben (V. 13b EB).

Roland E. Fischer


© Advent-Verlag Lüneburg


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