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29/2016
 

Das Licht ist oft für uns nicht mehr zu sehen, weil dunkle Wolken es verborgen halten; doch plötzlich fegt der Wind den Himmel klar.

Hiob 37,21 (Gute Nachricht Bibel)

Es war ein nasskalter, trüber Frühsommermorgen, wie man ihn selten erlebt. Der Wind blies die feuchte Kälte unter die Kleidung und ließ mich frösteln. So war ich froh, als ich endlich auf dem Vorfeld in das Flugzeug einsteigen durfte. Ich setzte mich sogleich auf meinen Platz. Der Blick aus dem Fenster bot nur Grau in Grau. Ich vertiefte mich in das mitgebrachte Buch. Dann wurde es noch dunkler; aber danach blendete mich ein leuchtend roter Sonnenball. Das Flugzeug hatte die Wolkendecke durchbrochen. Sie lag jetzt wie ein weißer Flaumteppich unter uns. Das helle Sonnenlicht erfreute mein Herz.

Hiob litt nicht am schlechten Wetter. An einem Tag hatte er alles verloren. Das Leid, das er erfuhr, ist herzzerreißend. Zuerst erlebte er den vollständigen Verlust seines ganzen Besitzes; die meisten seiner Arbeiter kamen dabei ums Leben. Danach verlor er seine zehn Kinder. Nicht eines der geliebten Kinder überlebte. Als ob dies alles nicht schon genug Leid wäre, wurde Hiob auch noch krank. Die furchtbare Krankheit ließ keinen Teil seines Körpers unberührt.

Kein Mensch auf dieser Erde bleibt von Not, Krankheiten oder schweren Verlusten verschont. Krankheit, Tod, Arbeitslosigkeit, Beziehungskrisen - all das macht um uns keinen Bogen. Auch wenn unser Leid nicht so groß ist wie das von Hiob, so ist es dennoch genauso real und drückt unser Herz. Um uns herum erscheint alles neblig und trüb. In dieser Situation ist unser Denken fest auf die Not gerichtet, und die Hoffnung ist in weite Ferne gerückt. Jetzt brauchen wir einen lieben Menschen, der in der Lage ist, uns eine neue Perspektive aufzuzeigen.

Hiob hatte so einen Freund. Nachdem drei seiner Freunde ihn durch ihre Reden auf den absoluten Tiefpunkt gebracht hatten, ergriff Elihu das Wort. Er betrachtete die Dinge von einer neuen Seite und war in der Lage, für Hiob den Himmel aufzureißen. Auch wenn er noch kein Flugzeug kannte, so wusste er doch, dass über den Wolken immer die Sonne scheint. Die leidenden Menschen in unserer Umgebung brauchen dringend so einen Freund wie Elihu, der die Wolken beiseiteschiebt und ihnen neue Hoffnung vermittelt. Jesus Christus ist das Licht, das alle Not besiegt hat.

Albrecht Förster


© Advent-Verlag Lüneburg


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