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15+16/2016
 

Weißt du ... die Wunder des Allwissenden?

Hiob 37,16

Studenten fragten ihren Astronomieprofessor, wie er sich den Himmel im Jenseits vorstelle. Er antwortete: „Nachdem ich mein ganzes Leben über die Rätsel des Daseins und des Universums nachgedacht habe, will ich hoffen, dass ich dort jemanden vorfinde, zu dem ich sagen kann: ,Nun denn; ich geb's auf; wie lautet die richtige Lösung?'„

Zwar verdoppelt sich etwa alle fünf bis zwölf Jahre unser gesamtes Wissen, doch je mehr Erkenntnisse wir haben, umso mehr neue Fragen tauchen auf. Aber es geht im Leben nicht nur um wissenschaftliche Erkenntnisse. Wenn ich nicht weiß, was für klimatische Bedingungen auf dem Saturn herrschen oder wie sich bestimmte Moleküle miteinander verbinden können, dann kann ich das sicherlich verschmerzen. Was mich bewegt, sind die vielen „Warum?“ in meinem Leben. Warum hatte ich den Verkehrsunfall? Warum wurde ich krank? Warum finde ich keine Arbeit?

Auch Hiob fragte nach dem Warum. Ihm war es gut gegangen. Er war glücklich gewesen und hatte dabei Gott nicht vergessen. Dann aber kam ein Unglück nach dem anderen. Hiob war sich keiner Schuld bewusst und fragte: Warum, Gott? Er verzweifelte fast, weil er keine Antwort erhielt und seine Freunde ihm die Schuld geben wollten. Doch schließlich antwortete der Herr. Er stellte eine Menge Fragen über die Schöpfung (Hiob 38 und 39) und sagte dann: „Lehre mich! Willst du mein Urteil zunichte machen und mich schuldig sprechen, dass du Recht behältst?“ (Hiob 40,7-8)

Hiob begriff, dass er Gott nicht anklagen konnte: „Darum hab ich unweise geredet, was mir zu hoch ist und ich nicht verstehe.“ (Hiob 42,3) Obwohl er immer noch nicht wusste, warum der Herr so an ihm gehandelt hatte, beschloss er, nicht mehr zu hadern, sondern dem Herrn zu vertrauen, dass er es richtig macht.

Das sollte auch unsere Einstellung sein, wenn wir unser „Warum“ nicht beantwortet bekommen. Eines Tages werden wir Antwort erhalten, wenn wir dann noch eine haben möchten. Das wird auf der neuen Erde sein, denn „Gott wird abwischen alle Tränen“ von unseren Augen (Offb 21,4). Bis dahin gilt es, Gott zu vertrauen.

Holger Teubert


© Advent-Verlag Lüneburg


16/2006 | 43/2006