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02/2016
 

Mache dich auf, werde Licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir! Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.

Jesaja 60,1-2

Der Schauspieler Jan Josef Liefers wurde gefragt, wie bibelfest er sei. Er antwortete: „Ich bin kein religiöser Mensch ... Aber natürlich interessiert es mich, worauf Christen ihren Glauben gründen. Die Bibel - mehr Buch geht nicht. Schon deswegen sollte man sie kennen. Aber ich finde wenig Antworten auf meine Fragen und wenig Trost in ihr. Die Erde ist das Jammertal; und schön wird es erst nach dem Tod ...“ (Interview von Nicole Richter, 21.1.2014)

Hat Jan Josef Liefers die Bibel gelesen oder studierte er die Christen, „die einzige Bibel, die noch gelesen wird“? Vermitteln wir solch eine moralinsaure Botschaft? Wie lesen wir die Bibel? Konkret: Wie lesen wir den oben genannten Text?

Es stimmt, auch er spricht vom Jammertal, wenn auch mit einem anderen Begriff: „Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker.“ Stimmen wir in dieses Klagelied ein? Bleiben wir bei dieser Feststellung stehen? Beachten wir, dass diese Aussage mit der vorigen verknüpft ist - mit der Aufforderung „Mache dich auf, werde licht“?

Weil Dunkelheit herrscht, ist das Leuchten gefragt. Finsternis fordert Widerspruch heraus. Wenn wir Licht verbreiten, wird es heller. Wenn nicht, bleibt es dunkel.

Dann kommt noch einmal ein „denn“ vor: „Denn dein Licht kommt.“ Das ist wirklich die Hauptsache: Gottes Licht kommt. Es kommt uns entgegen.

Wenn uns nachts auf einer engen Straße Lichter entgegenkommen, befürchten wir vielleicht einen Zusammenstoß. Aber bei Gott steht am Ende nicht der endgültige Zusammenstoß.

Gottes Licht kommt auf uns zu. Das ist unsere Zukunft. Deshalb lohnt es schon heute, sich dem Licht entgegenzustrecken. „Der Glaube ist der Vogel, der das Tageslicht spürt, bevor der Morgen dämmert.“ (Rabindranath Tagore) Dämmert es uns? Dunkelheit hat keine Zukunft, auch wenn es manchmal so scheint.

Lassen wir uns nicht von der Finsternis anstecken! Lassen wir uns von Gottes Licht entzünden und zum Strahlen bringen! Ich wünsche uns den klaren Blick, klare Gedanken und ein klares Ziel für heute und überhaupt.

Werner Jelinek


© Advent-Verlag Lüneburg


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