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50/2015
 

Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat.

Hebräer 10,35

Das Leben als Christ hat schöne und schwere Seiten, gute und schlechte Tage. Es gibt nicht nur das Sichgeborgenwissen bei Gott; es gibt auch die andere Seite – also Glauben im Alltag, indem uns ein Bibelwort einmal mehr, einmal weniger sagt, uns das Beten einmal leichter und einmal schwerer fällt ebenso wie das Bekenntnis gegenüber anderen.

Wie sieht das aus in unserem Leben? Wie sieht es da aus mit dem Vertrauen zu Gott und zu Christus? Auch da gibt es manches, was uns immer wieder einmal daran zweifeln lässt. An erster Stelle stehen da lebensverändernde Erlebnisse wie Krankheit, Tod von Angehörigen, Auseinandersetzungen, die ihre Spuren hinterlassen. Manchmal erleben wir unser Leben eben eher zum Verzweifeln als zum Vertrauen.

Und das mag so weit gehen, dass wir vielleicht auch fragen, warum es sich denn lohnt und was es bringt, in seinem Leben Glauben zu üben, auf Gott zu vertrauen, sich Jesus Christus hinzugeben. Und da kommt nun der Verfasser des Hebräerbriefs und sagt: „Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat.“ Ihr könnt doch nicht einfach das beiseitelegen, was euch in eurem Leben so viel Hilfe geben kann und zu einem herrlichen Ziel führt.

Dieses Vertrauen wegzuwerfen hieße doch, sich einer der wichtigsten Stützen im Leben zu berauben. Vertrauen zu Gott haben bedeutet doch, dass ich mein eigenes kurzes Leben, aber auch die Ereignisse und Erfahrungen dieser Welt übersteigen kann und in all dem auch ganz anderes sehen kann – und so eine Lebensperspektive mit Hoffnung erhalte.

Nicht wegwerfen, sondern aufheben, bewahren, geduldig dranbleiben – dazu ermuntert uns der Text. Und wenn wir spüren, dass uns unser Gottvertrauen abhandenkommt oder abhandengekommen ist, dann sollten wir uns nicht damit abfinden, sondern uns neu auf die Suche machen und auch Gott darum bitten, unser Vertrauen wieder zu stärken. Denn unser Vertrauen ist keine Leistung, die wir erbringen können, sondern etwas, das uns geschenkt wird. Wir erhalten es im Aufblick zu Gott, im Betrachten von Jesus und dessen Erlösungstat, im Bewusstmachen der Verheißungen der Bibel, in der Gemeinschaft der Gläubigen.

Wirf dein Vertrauen nicht weg, halte daran fest, auch in Enttäuschungen, die du in deinem Leben erfährst. Das Vertrauen zu Gott ist das, was uns trägt und zum Ziel führt.

Gerhard Mellert


© Advent-Verlag Lüneburg


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