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29/2015
 

Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch!

Matthäus 7,12a

Was wünsche ich mir in diesem Jahr von meinen Mitmenschen? Zunächst bin ich für jeden dankbar, der mir freundlich begegnet. Ob auf einem Amt oder im Straßenverkehr, in einer Firma oder in der Familie – überall steigern freundliche Leute mein Wohlbefinden. Weiterhin weiß ich langmütige Menschen sehr zu schätzen. Da bewundere ich seit vielen Jahren meine Frau. Trotz guter Vorsätze hält sich bei mir die eine oder andere Nachlässigkeit oder Macke hartnäckig. Immer und immer wieder lässt sie Nachsicht walten. Vertrauen habe ich zu allen, die ein Versprechen halten und zu ihrem Wort stehen.

Auch in diesem Jahr werde ich wieder Menschen enttäuschen. Wie dankbar bin ich all jenen, die mir vergeben und nicht nachtragend sind. Weh tut mir, wenn über mich Halb- oder Unwahrheiten in Umlauf gebracht werden. Dabei frage ich mich: Hätte die betreffende Person nicht zuerst mit mir sprechen können, bevor sie das Gehörte ungeprüft weitererzählt?

Am letzten Geburtstag erfreute mich besonders ein Anruf. Bereits um 6.30 Uhr meldete sich Werner, um mir zu gratulieren. Schon längere Zeit hatten wir keinen Kontakt mehr miteinander; dennoch fühlten wir uns sofort wieder verbunden wie in alten Zeiten.
Es dürfte uns bei einigem Nachdenken nicht schwerfallen, weitere Frohmacher aufzuspüren. Das zitierte Jesuswort empfinde ich wie eine goldene Regel, um ein gutes Miteinander zu fördern. Wer diese Richtlinie von Jesus umsetzen will, braucht dazu keine besondere Ausbildung. Junge und Alte können sie praktizieren.

Allerdings bedarf es einer liebenden Gesinnung. Die wurde mir nicht unbedingt in die Wiege gelegt. Wie oft bin ich in meinem Leben Nächsten und Bekannten in einer Weise begegnet, die verletzend wirkte. Deshalb gehört zu meinem täglichen Gebetsanliegen: „Herr, wen auch immer ich heute treffe, lass mich für ihn zum Segen werden.“ Dazu brauche ich Beistand des Heiligen Geistes, denn nicht alle kommen mir als „Engel“ entgegen. Zum Beispiel begegne ich immer wieder einmal einer Person, die mir sehr vernehmlich meine Mängel und die anderer Menschen mitteilt.

Das sind Gelegenheiten, mich zu prüfen, ob ich die goldene Regel tatsächlich schon verinnerlicht habe. Nicht immer reagiere ich im Sinne von Jesus, dennoch ist mir die Richtlinie von Jesus eine große Hilfe. Ich hoffe, dir auch.

Wilfried Krause


© Advent-Verlag Lüneburg


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