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20/2015
 

Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein.

Offenbarung 21,4

„Achtung! An alle ankommenden Flugzeuge: Wir erwarten einen kleinen Regenschauer nördlich der Landebahn.“ Die Warnung aus dem Kontrollturm wurde im Cockpit mit einem Lächeln kommentiert. Der Copilot witzelte: „Wir bekommen eine kleine Flugzeugwäsche.“ Ein leichter Regen fiel auf die Scheiben. Was in den nächsten Minuten tatsächlich passierte, erfuhr man später in einer Mitteilung: „Atmosphärische Turbulenzen hatten den Absturz der Maschine verursacht. 135 Passagiere starben.“ Die herbeigeeilten Angehörigen und Freunde waren entsetzt und tränenerfüllt, schauten ratlos zum Himmel und fragten: „Warum?“ Einige fragten: „Wie konnte Gott das zulassen?“

Kann es sein, dass Gott für diese Katastrophe verantwortlich war? Schon oft haben Menschen unerklärbare Tragödien und geheimnisvolle Tode als Handeln Gottes gesehen. Auch bei geringeren Katastrophen geht der Finger bei manchen nach oben: „Wenn es einen Gott gibt, dann ...“
Auch Krankheiten sollen eine Strafe Gottes sein. Harte Zeiten werden als geistliche Prüfung bezeichnet. Und wenn ein geliebter Mensch stirbt, steht in der Todesanzeige: „Es hat Gott gefallen.“ Sollte Gott tatsächlich am Tod eines Menschen Gefallen haben? (Vgl. Hes 18,32) Das würde doch heißen: Gott müsste die Schuld auf sich nehmen. Oder wir hören: „Wenn es einen Gott gäbe, dürfte er dieses und jenes nicht zulassen.“ Handelt Gott wirklich so lieblos?

Die Bibel berichtet, dass es Gott war, der die Welt geschaffen hat. Die Schlussbewertung lautete: „Es war sehr gut.“ (1 Mo 1,31b) Auch der Mensch war fehlerlos. Leider fiel er durch Misstrauen und Ungehorsam in Sünde. Es war Christus, der Sohn Gottes, der die Schuld der Menschen auf sich nahm und für sie – an ihrer Stelle – starb. Die Schuld ist damit bezahlt, uns kann vergeben werden, wir sind straffrei.

Tod, Krankheit und Unglück sind Folgen der Sünde, der Loslösung vom Schöpfergott. Daher bringen sie viel Leid und Tränen mit sich. Es kommt jedoch der Tag, an dem alle, die den Lügen Satans den Rücken gekehrt und dem Retter, Jesus Christus, ihr volles Vertrauen geschenkt haben, die Erfüllung unseres Andachtswortes erleben werden. Dann verstummen alle Warum-Fragen. Die Erlösten können nicht anders, als voller Dank und Bewunderung zu singen.

Wilfried Meier


© Advent-Verlag Lüneburg


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