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01/2015
 

Seid alle Zeit fröhlich, betet ohne Unterlass, seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus an euch.

1. Thessalonicher 5,16–18

Einem Arzt fiel ein 96-jähriger Heimbewohner auf, der stets zufrieden und freundlich war. Als er ihn nach seinem Geheimnis fragte, lächelte der Alte verschmitzt: „Ich nehme täglich zwei Pillen ein, die mir helfen.“
Erstaunt erwiderte der Arzt: „Die habe ich Ihnen doch gar nicht verschrieben!“

Lächelnd entgegnete der Alte: „Das können Sie auch gar nicht, Herr Doktor. Am Morgen nehme ich die Pille Dankbarkeit und am Abend die Pille Zufriedenheit. Diese Tabletten haben ihre Wirkung noch nie verfehlt.“
Der Arzt meinte daraufhin: „Da haben Sie Recht, Dieses Rezept werde ich gerne weiterempfehlen.“

Während ich diese Zeilen schreibe, habe ich die Gelegenheit, das Rezept auszuprobieren. Vor unse- rem Haus haben Bauarbeiter die Telefonkabel beim Baggern zerrissen. Nach zwei Tagen kam ein Tech-


niker von der Telefongesellschaft, um den Schaden zu reparieren, aber er ging unverrichteter Dinge wieder weg, denn dafür sei ein anderer Techniker zuständig. Bei der Aussicht, erneut Tage warten zu müssen, wollte ich aus der Haut fahren und mich beschweren. Doch dann besann ich mich darauf, zufrieden und geduldig abzuwarten.

Wie leicht und schnell verlieren wir Menschen die Balance! Dankbarkeit und Zufriedenheit sind geistliche Eigenschaften, um die zu bitten Paulus den Christen in Thessalonich eindringlich emp- fahl. Gott will unser Herz durch den Heiligen Geist mit seiner unerschöpflichen Liebe füllen. Jesus hat dafür sein Leben am Kreuz für jeden einzelnen hin- gegeben. Wenn das kein Grund ist, fröhlich und dankbar zu sein!

Starten wir noch heute die Medikation mit den zwei „Wunderpillen“! Morgens gleich nach dem Aufwachen eine „Pille“ Dankbarkeit: dafür, dass wir überhaupt aufgewacht sind und auch für die Aussicht, diesen Tag mit Gott zu erleben. Abends die „Pille“ Zufriedenheit: nach dem Dank für das am Tag Erlebte die Bitte um Gelassenheit im Blick auf das, was wir nicht geschafft haben, und um Zufriedenheit mit dem Erreichten.

Adam Schiller


© Advent-Verlag Lüneburg


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