You are here: Andacht der Woche  

50/2014
 

Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte.

1. Mose 2,2

„Ohne den Sabbat wäre ich wahrscheinlich schon am Herzinfarkt gestorben! Dieser Tag ist für mich ein echter Lebensretter!“ So die Worte eines adventistischen Unternehmers, der eine international operierende Firma leitet.

Der Sabbat hat eine äußerst vielschichtige Bedeutung. Er verkörpert allerdings auch ein göttliches Prinzip, das uns noch viel mehr vermittelt als diesen wunderbaren Ruhetag einmal pro Woche: die so genannte Work/Life-Balance. Dieser natürliche Rhythmus von Arbeit und Ausruhen, Wachen und Schlafen, Tag und Nacht, begegnet uns in der Schöpfung und an zahlreichen anderen Stellen der Bibel, aber natürlich vor allem ganz praktisch in unserem täglichen Leben.

Wo dieses Gleichgewicht nicht eingehalten wird, wird der Mensch krank. So mancher Manager, der nachts um eins noch E-Mails beantwortet, weil er ja so unglaublich wichtig ist (oder eher schlecht organisiert?), bekommt die gesundheitlichen Auswirkungen einer unausgewogenen Lebensweise zu spüren. Aber auch die Seele leidet unter dem „Sich endlosen Drehen im Hamsterrad“. Eine solche Lebensweise geht statistisch gesehen zehn Jahre (manchmal etwas länger) gut, aber irgendwann ist die totale Erschöpfung vorprogrammiert.

Ich bin kein „Fan“ von Eugen Drewermann, aber ein Zitat von ihm finde ich sehr treffend: „Immer denken wir, das Wesentliche müsse durch unsere Hände gemacht werden ... Von früh bis spät sind wir bemüht, uns wichtig zu nehmen, immer angehalten von dem Glauben, dass es auf uns ankomme und dass wir Wesentliches verpassen würden, täten wir dieses oder jenes nicht. So geht der Alltag dahin, so verrinnen die Tage, so entschwinden die Jahre. . Wie viel von der Zauberkraft unseres Herzens geht zugrunde an all dem Gestampfe, Gerenne, Getrete und Gelaufe in unserem Leben, am Platz-Behaupten, Hinterherlaufen, Sich-Selber-Vor-weg-Sein!“ (Der offene Himmel, 1990)

Der Sabbat ist eine große Chance, jede Woche innezuhalten, „stopp“ zu sagen, nachzudenken, aufzutanken. Doch wir brauchen auch im Alltag Ruhepausen, Rituale und eine vernünftige Lebensbalance, wenn unser Arbeiten und Leben gelingen soll!

Heidemarie Klingeberg


© Advent-Verlag Lüneburg


51/2014 | 49/2014