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39/2014
 

Die zwölf Jünger kehrten zu Jesus zurück und erzählten ihm, was sie auf ihrer Reise getan und den Menschen verkündet hatten. „Geht jetzt an einen einsamen, stillen Platz!“ sagte Jesus zu ihnen. „Ihr habt Ruhe nötig!“ Markus

6,30-31a (Hoffnung für alle)

„Burnout“ ist ein Syndrom, das auch in christlichen Kreisen immer häufiger auftritt. Pastoren und Leiter sind „ausgebrannt“ und haben eine Art Depression, die häufig eine längere Unterbrechung ihrer Arbeit erfordert. Fachleute betonen die Wichtigkeit, auftretende Symptome schon früh ernst zu nehmen.

Paulus schrieb: „Wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.“ (Eph 2,10) Gott mutet uns nie zu viel zu. Er erteilt nie einen Auftrag, ohne dass der Beauftragte in der Lage ist, ihn mit den ererbten oder von Gott verliehenen Gaben auszuführen.

Könnte eine Ursache des Burnouts bei Christen darin bestehen, dass sie zu vieles in Angriff nehmen – mehr als das, was Gott von ihnen erwartet? Falls ja, aus welchem Grund tun sie das? Ist es der Wunsch nach Anerkennung? Leiden sie unter einem „Helfersyndrom“? Oder sind sie etwa „Workaholics“ – also Menschen, die quasi süchtig sind, ununterbrochen zu arbeiten?

Jesus empfahl seinen engsten Mitarbeitern (den Jüngern) bereits vor fast 2000 Jahren: „Geht ihr allein an eine einsame Stätte und ruht ein wenig.“ Der Evangelist Markus lieferte gleich die Begründung dafür: „Es waren nämlich so viele Menschen bei ihnen, dass sie nicht einmal Zeit zum Essen fanden.“ (Mk 6,31b Hfa) Dieses Prinzip, die Arbeit bewusst und regelmäßig durch Zeiten der Ruhe zu unterbrechen, verankerte Gott sogar im vierten Gebot (2 Mo 20,8ff.). Wer dieses Angebot der heilsamen Ruhe am Sabbat in Anspruch nimmt, erlebt Woche für Woche die vorbeugende Wirkung der geschenkten Arbeitsruhe – besonders durch die Gemeinschaft mit seinem Schöpfer.

In der täglichen wie in der wöchentlichen Zeit der Stille können wir bei Gott alles loswerden, was uns belastet, und die Hoffnung und die Zuversicht auftanken, die es nur bei ihm, unserem Schöpfer, gibt. Den Menschen, der sich so regenerieren lässt, verglich König David mit einem Baum, „gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. Und was er macht, das gerät wohl“ (Ps 1,3). Welch ein wunderbarer, anzustrebender Zustand!

Albrecht Höschele

© Advent-Verlag Lüneburg


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