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16/2014
 

Nahe ist der HERR denen, die ein gebrochenes Herz haben. Er rettet alle, die ohne Hoffnung sind.

Psalm 34,19 (Neue Genfer Übersetzung)

Die Geschichte stand vor einiger Zeit im Wall Street Journal. Ein junges Mädchen war dringend auf ein Spenderherz angewiesen. Sie durchlief Zeiten des emotionalen Auf und Ab. Würde rechtzeitig ein Herz gefunden werden? Dann kam der erlösende Anruf. Sie machte sich sofort auf den Weg in die Klinik.

Die Herztransplantation gelang. Bald war sie auf dem Weg der Besserung – und fing an, sich Gedanken zu machen: Von wem stammt das Herz wohl? Warum konnte ich es bekommen? Hat der Spender oder die Spenderin eine Familie gehabt? Ich würde mich gern bedanken. Sie fragte die behandelnden Ärzte nach einer Kontaktmöglichkeit, aber die lehnten ab. Es gehört zu den Grundsätzen, dass diese Informationen nicht weitergegeben werden. Sie ließ nicht locker, bat und bettelte. Schließlich meinte einer der Ärzte: „Wenn Sie mögen, schreiben Sie einen Brief. Wir leiten ihn dann weiter.“ Das tat sie. Hier ist der Brief:

„Liebe Familie,
ich habe das Herz erhalten, das Sie in Ihrer Großzügigkeit gespendet haben – inmitten einer Tragödie, die Sie betroffen hat. Ich kann nur erahnen, wie schwer es für Sie sein muss, den Verlust zu durchleiden – und dann die Organe zu spenden, damit andere Leute leben können.

Ich empfinde eine große Verantwortung, mein Leben so zu leben, dass sich Ihr Opfer lohnt. Ich kann die Dankbarkeit gar nicht ausdrücken, die meine Familie und ich empfinden, dass Sie mein Leben gerettet haben.

Falls Sie je Kontakt zu mir aufnehmen möchten, würde mich das sehr freuen. Und ich hoffe, dass Sie wissen, dass ich sowohl Ihrer als auch meiner Familie Ehre machen möchte.“
Denken wir darüber nach: Sind wir nicht in einer ähnlichen Situation? Auch wir leben doch nur, weil ein Anderer sein Leben für uns gegeben hat. Jesus hat die Welt – und damit uns – so sehr geliebt, dass er gekommen ist und sich aufopferte, „damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben“ (Joh 3,16).

Nun ist es an uns, so zu leben, dass wir ihm Ehre bereiten. Sein Einsatz soll nicht umsonst gewesen sein! Sein Opfer ist es wert, dass wir ihm danken. Der Tag heute bietet wahrscheinlich Gelegenheiten, wo wir ihm unseren Dank zeigen können.

Matthias Müller


© Advent-Verlag Lüneburg


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