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47/2013
 

Das ist nun die Hauptsache bei dem, wovon wir reden: Wir haben einen solchen Hohenpriester, der da sitzt zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel und ist ein Diener am Heiligtum und an der wahren Stiftshütte, die Gott aufgerichtet hat und nicht ein Mensch.

Hebräer 8,1.2

Wenn dieser wunderbare Satz nicht in der Bibel, sondern in irgendeinem theologischen Kommentar stünde, würden einige meiner Mitgläubigen ihn mit Sicherheit so nicht stehen lassen, sondern nach allen Regeln der Kunst auseinandernehmen. Und in der Tat: Das ist eine starke Aussage!
Die Hauptsache? Ist das nicht der Sabbat, das Identitätsmerkmal der wahrhaft Gläubigen im letzten Abschnitt der Weltgeschichte? Oder der Zehnte, an dem sich unsere Treue erweist? Oder die Botschaft über einen gesunden Lebensstil, die in Zeiten wie diesen immer wichtiger wird? Gottes Wort zeigt uns offensichtlich eine ganz andere Agenda, und das beeindruckt mich gleich in zweifacher Weise.

Erstens: Wenn Gott sagt, dass das Wirken unseres Hohenpriesters Jesus im himmlischen Heiligtum „die Hauptsache“ ist, dann kann es sich dabei nicht um eine „Sonderlehre“ meiner Freikirche handeln, sondern allenfalls um einen zentralen Bestandteil des Evangeliums, den viele andere Christen leider bis heute nicht erkannt haben oder erkennen wollen. Deshalb gibt es keinerlei Anlass, sich für diese Erkenntnis zu entschuldigen, sondern wir haben allen Grund, immer wieder auf diese „Hauptsache“ hinzuweisen.

Zweitens: Wenn der Dienst Jesu als dein und mein Stellvertreter vor Gott „die Hauptsache“ unseres Glaubens ist, dann sollten wir beide die Agenda unseres geistlichen Lebens eventuell neu ordnen, in jedem Fall aber überdenken. Denn ganz gleich, ob Sabbat, Zehnter, Gesundheit oder Prophetie – all das hat nur dann Sinn und Wert, wenn die „Hauptsache“ stimmt: Erlöst und für die Ewigkeit gerettet sind wir nur dann, wenn wir das Opfer Jesu für uns ständig in Anspruch nehmen, sodass er im besten Sinne des Wortes als unser Mittler vor Gott dienen kann.

Wenn wir das auch nur ansatzweise begriffen haben, wird es uns ein immer tieferes Bedürfnis sein, ihm alle Bereiche unseres Lebens anzuvertrauen nicht, damit wir einmal erlöst werden, sondern weil er uns durch sein Blut bereits erlöst hat. Ja, das ist in der Tat „die Hauptsache“! Dass wir sie auch heute nicht vergessen, das wünsche ich dir und mir!

Friedhelm Klingeberg


© Advent-Verlag Lüneburg



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