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34/2013
 

Außerdem, ihr Lieben, weist die zurecht, die ihr Leben nicht ordnen. Baut die Mutlosen auf, helft den Schwachen, und bringt für jeden Menschen Geduld und Nachsicht auf.

1. Thessalonicher 5,14 (Hoffnung für alle)

Für manche Menschen ist der Tag schon verplant, ehe er begonnen hat. Viele wissen schon genau, was alles zu tun ist. Manchmal kreisen unsere Gedanken schon in der Nacht oder am frühen Morgen um diese Aufgaben.

Das Wort „außerdem“ in unserem Andachtstext möchte uns zur Besinnung rufen: Gibt es da noch etwas anderes? Paulus ermutigt uns, nicht nur an unsere Arbeit zu denken, sondern auch die Menschen um uns im Auge zu behalten. Er wies auf die Unordentlichen und Oberflächlichen hin, die gedankenlos vor sich hin leben. Unser Lächeln oder unser Reden kann ihnen Anstoß geben, über die schönen Aspekte des Daseins und auch über den Sinn unseres Lebens nachzudenken. Vielleicht kann unser Fragen sie anregen, genauer zu überlegen, was gut oder böse bzw. richtig oder verkehrt ist. Selbst wenn sie mit schnippischen Antworten blockieren, kann ihnen unser Anstoß nachgehen.

Ein ganz anderes Verhalten erfordern die Mutlosen, die Schwachen und Verzagten. Sie brauchen vielleicht jemand, der ihren Kummer versteht und ihnen gleichzeitig die Augen öffnet für die Möglichkeiten, die ihnen zur Verfügung stehen.

Geduld und Nachsicht sind wohl immer nötig, vielleicht besonders den Starken und Selbstsicheren gegenüber. Jeder hat seine Vorstellungen vom Leben und von der Arbeit. Leider gehen viele davon aus, dass alle so denken und fühlen wie sie, und erwarten das auch von ihren Mitmenschen. Doch jeder hat andere Erkenntnisse gesammelt, musste seine eigenen Erfahrungen machen, und zieht daraus seine Konsequenzen. Weil andere das nicht wissen können, wäre es besser, das Gespräch zu suchen als vorschnell zu kritisieren. Leider fehlt dazu im Alltag oft die Zeit; ein Grund mehr, Geduld und Nachsicht zu üben, wie Paulus riet.

Wem das schwerfällt, der denke nur daran, wie großzügig Gott mit uns umgeht und wie wohltuend es ist, wenn uns andere Verständnis entgegenbringen oder mit positiven Anregungen weiterhelfen.

Andreas Schmidtke


© Advent-Verlag Lüneburg


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