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28/2013
 

Halleluja! Meine Seele lobe den Herrn! Ich will den Herrn loben, solange ich lebe. Ich will meinen Gott loben, solange ich bin.

Psalm 146,1.2 (Neues Leben)

Herbert Grönemeyer besingt es treffend: „Der Mensch heißt Mensch, weil er schwärmt und glaubt, sich anlehnt und vertraut.“ Von Geburt an brauchen wir Menschen, denen wir vertrauen. Wir sind auf sie angewiesen und lernen von ihnen natürlicherweise durch Nachahmung und Anleitung. Dieser Prozess ist verbunden mit der Verehrung derer, die uns Vorbilder sind. So wie die Befähigung zum Vertrauen ist auch die Befähigung zur Verehrung im Menschen angelegt. Ein kleines Kind, das einen liebevollen Vater hat, glaubt selbstverständlich, sein Vater sei der Größte und könne alles. Besonders ausgeprägt tritt der Drang zur Verehrung von Menschen in der Altersphase hervor, in der junge Menschen erkennen, dass ihr Vater nicht alles kann, nämlich in der Zeit, in der sie sich vom Elternhaus lösen und andere Leitbilder suchen müssen.
Jugendliche können so herrlich schwärmen!

Auch wenn mir der heute übliche Medienrummel um „Superstars“ aus Popkultur oder Sport nicht gefällt, so ist er doch nur ein fehlgeleiteter Ausdruck einer Gabe, die der Mensch bei der Schöpfung erhalten hat: das Bedürfnis zu verehren, zu schwärmen und zu loben.

Gott hielt bei der Schöpfung inne und „sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut“ (1 Mo 1,31). Damit wollte Gott nicht nur ein Qualitätsurteil abgeben. Hier wird keine Schulnote zugeteilt, sondern es wird beschrieben, dass die Schöpfung zur Bewunderung gemacht ist. Das hier gebrauchte biblische Wort für „gut“ umfasst auch unser Wort „schön“. Die typische Reaktion auf das Schöne ist nicht die Bewertung, sondern Bewunderung und Freude, eben das Loben. Verehrung drückt sich in Anerkennung und Begeisterung aus.

Wir kennen alle die motivierende Kraft von Faszination und Lob. Was aus Verehrung und mit Begeisterung getan wird, fällt nicht schwer. Wo gelobt wird, wird Freude ausgelöst und die Gemeinschaft gestärkt. Entscheidend ist allerdings, wem die Verehrung gilt. Die Geschichte zeigt Beispiele, in denen Menschen in einer Katastrophe endeten, weil sie mit Heil- und Jubelrufen dem Falschen folgten. Darum fordert uns das Wort Gottes auf, den Schöpfer des Lebens zu verehren. Die intensive Betrachtung seiner Schöpfung ruft Staunen und Ehrfurcht hervor und das Evangelium von Jesus ist die Kraftquelle für das Leben.

Lothar Wilhelm


© Advent-Verlag Lüneburg


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