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21/2013
 

[Jesus sagte:] „Ich allein bin die Tür. Wer durch mich zu meiner Herde kommt, der wird gerettet werden. Er kann durch diese Tür ein- und ausgehen, und er wird saftig grüne Weiden finden.“

Johannes 10,9 (Hoffnung für alle)

Bei der Besichtigung einer Kirche oder eines Domes lohnt es sich manchmal, vor der Eingangstür zu verweilen und diese genauer zu betrachten. Es gibt große Bauwerke, die wegen ihres Portals weltweit berühmt geworden sind. Die Erbauer haben den Türen und Portalen besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Viele Türen sind schwer, wuchtig und massiv. Sie haben offensichtlich eine Schutzfunktion. Manchmal erzählt das kunstvoll gestaltete Eingangsportal eine Geschichte (zum Beispiel die Passionsgeschichte im Portal des Straßburger Münsters).

Im zehnten Kapitel des Johannesevangeliums stellte sich Jesus als der gute Hirte vor, aber auch als „die Tür“ zu den Schafen, wie das Andachtswort zeigt. Er sagte: „Wer nicht durch die Tür in den Schafstall geht, sondern heimlich einsteigt, der ist ein Dieb und Räuber. Der Hirte geht durch die Tür zu seinen Schafen. Ihm öffnet der Wächter die Tür, und die Schafe erkennen ihn schon an seiner Stimme. Dann ruft der Hirte jedes mit seinem Namen und führt sie auf die Weide.“ (Joh 10,1-3 Hfa) In jener Zeit war die Schafherde ein wertvoller Besitz und es war wichtig, für die Schafe einen guten Weideplatz zu finden. Nur der Schäfer - also der, der den Zugang durch die Tür hatte - konnte sie dorthin führen, wo sie ihre Nahrung fanden.

In unserem Andachtswort betont Jesus, dass durch ihn als Tür jeder gehen muss, der gerettet werden will. Er ist die Tür, weil nur er uns durch sein Sterben und seine Auferstehung die Tür und den Weg zurück zum Vater im Himmel geöffnet hat.

Wer sich weigert, seine Schuld Gott und seinen Mitmenschen gegenüber zu bekennen und um Vergebung zu bitten, lehnt die einzige Tür ab, die ihm Befreiung bringen würde. Wer durch sie hindurchgeht, betritt allerdings kein Gefängnis (dessen Tür sich bekanntlich nur von außen öffnen lässt), sondern findet wahre Freiheit: „Er kann durch diese Tür ein- und ausgehen“, sagte Jesus.

Gehen wir durch die geöffnete Tür, so gelangen wir direkt in die Gegenwart Gottes und können mit ihm Gemeinschaft haben. Welch ein Vorrecht, das auch heute erleben zu können!

Hans Wilhelm


© Advent-Verlag Lüneburg


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