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07/2013
 

Wer Ohren hat, der höre!

Matthäus 11,15

Er saß mir in der Gaststätte gegenüber, war etwa so alt wie ich und arbeitete in der gleichen Branche. Er konnte auf eine interessante Berufslaufbahn verweisen und besaß ein umfangreiches Wissen. Er redete ohne Punkt und Komma. Nach zwei zaghaften Versuchen, auch zu Wort zu kommen, gab ich auf. Nachdem ich ihm eine Weile zugehört hatte, begriff ich: Dieser Mann hatte ein gewaltiges Problem: Er konnte nicht zuhören!

Weil Menschen nicht zuhören können (oder wollen), verstehen sie sich oft nicht. Wirkliches Zuhören verlangt den ganzen Menschen! Zuhören und verstehen kann man nicht so nebenbei. Echtes Zuhören will gelernt sein. In unserer Multitasking-Gesellschaft ist man dem Irrglauben erlegen, mehrere Dinge gleichzeitig tun zu müssen, um so die Effektivität zu steigern. Das Ergebnis ist eine steigende Fehlerquote.

Die Zeit, in der wir leben, beschreibt die Bibel als „Zeit des Endes“ (Dan 8,17.19). Damit wir die Krisen bestehen können, die uns am Ende der Weltgeschichte erwarten, versorgt uns Gott mit vielen Informationen. Er spricht zu uns durch sein Wort, die Bibel, durch andere, geistliche Bücher (auch durch die von Ellen G. White), aber auch durch Menschen und besondere Erfahrungen. Sind wir bereit zu hören? Interessieren uns Gottes Botschaften - oder glauben wir, dass sie nicht wichtig für uns sind?

Jesus Christus verschafft sich nicht mit Lautstärke Gehör. Seine Stimme ist eher leise und sanft. So wie Liebende es nicht nötig haben, sich anzuschreien, sondern schon ein Flüstern verstehen, so spricht Gott zu uns. Deshalb erfordert unser Zuhören, dass wir stille werden. Es verlangt unsere ganze Aufmerksamkeit.

Echtes Zuhören benötigt Zeit. Jesus Christus hat es uns vorgelebt. Mitunter hat er sich eine ganze Nacht Zeit genommen, um auf seinen Vater zu hören und mit ihm zu reden. Sehnst du dich danach, heute Gottes Stimme zu hören? Es ist möglich, wenn du dir bewusst Zeit dafür nimmst. Du wirst überrascht sein!

Albrecht Förster

Wer meint, seine Zeit sei zu kostbar, als dass er sie mit Zuhören verbringen dürfte, der wird nie wirklich Zeit haben für Gott und den Bruder, sondern nur für sich selbst, für seine eigenen Worte und Pläne. Dietrich Bonhoeffer


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