Sie sind hier: Andacht der Woche  

49+50/2020
 

Gottes Liebe zu uns zeigt sich darin, dass er seinen einzigen Sohn in die Welt sandte, damit wir durch ihn das ewige Leben haben. Und das ist die wahre Liebe: Nicht wir haben Gott geliebt, sondern er hat uns zuerst geliebt und hat seinen Sohn gesandt, damit er uns von unserer Schuld befreit.

1. Johannes 4,9–10 (Neues Leben Bibel)


Meine Oma lebt in Brasilien. Wenn meine Eltern, meine Geschwister oder ich in Brasilien sind, leihen wir uns oft ihr Auto aus, um herumzureisen. Da kam es schon vor, dass wir Oma nach unserem Aufenthalt ein Andenken in Form eines Knöllchens hinterließen. Zur Ausstellung eines Strafzettels ist in Brasilien die Erfassung des Autokennzeichens ausreichend. Da der Fahrer also nicht identifiziert wird, landen die Strafzettel in Omas Briefkasten, weil sie die Fahrzeughalterin ist. Da sie sowieso nur noch selten Auto fährt, übernimmt sie bereitwillig unsere Punkte und zeigt den Verkehrsbehörden nicht an, dass in Wirklichkeit ihre Verwandten hinter dem Steuer saßen und belangt werden müssten.

So sehr ich mich bemühe, mich an die Verkehrsregeln zu halten, so ertappe ich mich doch immer wieder dabei, die Regeln zu brechen. Es ist schier unmöglich, immer regelkonform zu fahren. Die Versuchung, ein bisschen schneller zu fahren als erlaubt, noch flink bei Orange über die Ampel zu huschen oder im Parkverbot zu halten, ist einfach zu groß. So geht es mir auch mit Gottes Gesetzen und Geboten. Ich finde sie gut, richtig und sinnvoll – und trotzdem schaffe ich es nicht, mich ausnahmslos daran zu halten. Im Grunde genommen sammle ich ständig Strafpunkte im „himmlischen Flensburg„.

Die Situation wäre zum Verzweifeln, hätte Gott nicht schon längst eine Lösung geschaffen. So wie meine Oma unser Bußgeld bezahlt und die Strafpunkte auf sich nimmt, hat Jesus Christus durch seinen Tod am Kreuz unsere Schuld beglichen und die Strafe der Sünde aller Menschen auf sich genommen. Mein Name taucht in keinem Strafregister der brasilianischen Behörden auf. So ist es auch bei Gott: Dank Jesus findet sich kein Eintrag in meinem „himmlischen Führungszeugnis„. Ich habe eine weiße Weste. Ja, mehr noch: Wer zu Gott gehört, steht in seinem Buch des Lebens und wird eines Tages vom Tode auferstehen und ewig mit Gott im Paradies leben.

Rafael Schäffer



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