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45/2020
 

Und betet an den, der gemacht hat Himmel und Erde und Meer und die Wasserquellen!

Offenbarung 14,7


Die Vorstellung von einem Schöpfergott ist für viele eine überholte Sache. Im Zeitalter von Computer und Internet sehen auch manche Christen den biblischen Bericht über die Anfänge des Lebens auf der Erde als durch die Wissenschaft widerlegt. Man meint, der Bericht sei nur Niederschlag von Vorstellungen aus alter Zeit und deshalb wissenschaftlich nicht zu begründen. Laut unserem Eingangstext ergeht jedoch in der Zeit vor Christi Wiederkunft noch einmal die Aufforderung, sich auf den zu besinnen, der die Welt und den Menschen ins Dasein gerufen hat, und ihn deshalb anzubeten.

Der Aufruf, den Schöpfer anzubeten, beinhaltet mehr als nur ein Festhalten oder Verteidigen der biblischen Aussagen über die Schöpfung. Denn selbst mit den besten Argumenten ist keiner in der Lage, Schöpfung oder Evolution wissenschaftlich zu belegen. Dies ist ebenso wenig möglich, wie man Gott oder aber seine Nichtexistenz beweisen kann. Kein Mensch war beim Werden des Kosmos dabei. Es gilt: „Durch den Glauben erkennen wir, dass die Welt durch Gottes Wort geschaffen ist, dass alles, was man sieht, aus nichts geworden ist.„ (Heb 11,3) Der Schöpfungsbericht der Bibel ist also eine zuverlässige Offenbarung Gottes, die allein durch den Glauben zugänglich ist. Deshalb fordert Gottes Wort von uns, nicht nach Argumenten für die Schöpfung zu suchen, sondern Gott, den Schöpfer anzubeten.

Anbetung zeigt sich in einer Lebenshaltung, die davon geprägt ist, dass ich mich als Geschöpf Gottes verstehe und dass ich mein Leben im Bewusstsein der Verantwortung vor meinem Schöpfer und der uns anvertrauten Schöpfung führe. Anbetung des Schöpfers beweist sich ferner im Vertrauen zu ihm und seiner Führung, auch wenn ich sein Handeln mitunter nicht verstehen kann. Wer Gott als seinen Schöpfer anbetet, erlangt ein gesundes Selbstbewusstsein: Er ist gewiss, von Gott gewollt und geliebt zu sein. Anbetung des Schöpfers zeigt sich auch darin, dass ich meinen Mitmenschen ebenso als Geschöpf achte, selbst wenn er eine andere Hautfarbe hat oder einer mir fremden Religion angehört. Anbetung des Schöpfers beweist sich vor allem in meiner Beziehung zu Gott und in meinem Umgang mit dem Nächsten.

Manfred Böttcher



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