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14/2020
 

Gott selbst hat dafür gesorgt, dass ich mir auf die unbeschreiblichen Offenbarungen, die ich empfangen habe, nichts einbilde. Deshalb hat er mir ein quälendes Leiden auferlegt ..., damit ich nicht überheblich werde. Dreimal schon habe ich den Herrn angefleht, mich davon zu befreien. Aber er hat zu mir gesagt: „Meine Gnade ist alles, was du brauchst! Denn gerade wenn du schwach bist, wirkt meine Kraft ganz besonders an dir.„

2. Korinther 12,7–9 (Hoffnung für alle)


Menschen, die gesund und schön sind, Großes leisten und viel wissen, werden oft abgöttisch verehrt, staunend bewundert und sehnsüchtig nachgeahmt. Jungen träumen vielleicht vom Superhelden, Mädchen wären gern einmal Schönheitskönigin und Erwachsene fänden es nicht übel, irgendwann Lottomillionär zu werden. Aber solche Träume werden selten wahr.

Der Apostel Paulus besaß ein umfangreiches Wissen und hat auch viel geleistet, doch ein Wunsch blieb ihm verwehrt: Er litt zeitlebens an einer körperlichen Beeinträchtigung, von der er gern befreit worden wäre. Deshalb bat er dreimal um Genesung. Doch er wurde nicht gesund, obwohl er selbst andere heilte. Gottes Antwort lautete immer: „Meine Gnade ist alles, was du brauchst!„

Viele Christen leiden darunter, dass sie trotz ernster und anhaltender Gebete von einem Leiden nicht geheilt werden. Manche halten das sogar für ein Zeichen mangelnden Glaubens. Doch das Leben des Paulus macht deutlich, dass Gott – egal wie aktiv oder hingebungsvoll jemand sein mag – Leiden zulässt. Dadurch werden wir immer wieder daran erinnert, dass er durch uns wirkt.

Wenn es dir wie Paulus geht, dann hadere nicht mit Gott oder zweifle an deinem Glauben, sondern erbitte jeden Tag die Kraft, zur Ehre des Herrn zu leben.

Möge das Bekenntnis eines unbekannten Soldaten aus dem amerikanischen Bürgerkrieg auch unsere Erfahrung werden: „Ich bat Gott um Stärke – er machte mich schwach, damit ich Bescheidenheit und Demut lernte. ... Ich erhielt nichts von dem, was ich erbat, aber alles, was ich mir erhofft hatte. ... Ich bin unter allen Menschen ein gesegneter Mann.„ (Heinz Schäfer, Hört ein Gleichnis, Nr. 337)

Günter Schlicke


© Advent-Verlag Lüneburg


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