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25/2019
 

Du sollst das Recht nicht beugen.

5. Mose 16,19


Wenn mir jemand sagt: „Du hast recht gehabt“, wirkt das wie Balsam für die Seele. Aber nicht jeder, der meint, im Recht zu sein, ist es auch. Selbst in einem Rechtsstaat gilt: Wer recht hat, muss noch lange kein Recht bekommen. Es gibt Personen und Parteien, die jahrelang über die Frage „Wer ist im Recht?“ streiten. Ein Rechtsstreit hat schon viele Leute arm gemacht. Es ist geradezu unmöglich, im Ernstfall ohne einen Rechtsanwalt sein Recht einzufordern. Das weite Feld der Rechtsverordnungen kann kein Laie übersehen. Bereits nach diesen wenigen Sätzen merken wir, wie schwierig es scheint, dem Recht gerecht zu werden.

Das war auch schon zu biblischen Zeiten ein Thema, das die Gemüter bewegte. Bereits damals neigten Mächtige dazu, das Recht zu ihren Gunsten auszulegen. Und wer Geld hatte, erkaufte sich das Recht. In vielen Ländern ist das bis heute gängige Praxis. Vergessen wir nicht, dass es zahlreiche Staaten gibt, in denen Minderheiten benachteiligt werden oder beispielsweise Frauen nicht den gleichen Rechtsanspruch besitzen wie Männer.

Wie kann man dazu beitragen, dem Recht den Weg zu ebnen? Beschäftige dich mit dem Grundgesetz Gottes und dessen Ausführungsbestimmungen. Wer die Bibel liest, stößt immer wieder auf universelle Rechtsvorschriften. Dazu gibt es unzählige Fallbeispiele von Menschen, dirgöttliches Recht umsetzten – oder eben auch umgingen.

Versuche, erkanntes Recht im Alltag zu leben. Wer das tut, erwirbt sich ein solides Rechtswissen und kann aus eigener Erfahrung bestätigen, welchen Gewinn es bringt, das Recht zu achten.

Dagegen beobachten wir ein schwindendes Rechtsbewusstsein. Ein Beispiel dafür ist die Lüge. Bei manchen Politikern weiß ich nicht, ob sie gerade die Wahrheit sagen oder lügen. Wo die Lüge im großen Stil die Wahrheit verdrängt, droht aus dem Miteinander eine Psycho-Hölle zu werden. Statt Vertrauen bestimmt Misstrauen die Beziehungen. Das wirkt trennend und zerstört. Natürlich ist es oft nicht leicht, für das Recht einzustehen. Nicht umsonst spricht man in bestimmten Fällen von „Zivilcourage“. Doch manchmal bleibt auch nur noch dieser Weg: auf eigenes Recht zu verzichten, um Unrecht zu begrenzen. Jesus ging dabei voran.

Wilfried Krause

© Advent-Verlag Lüneburg


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