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12/2019
 

Es spricht, der dies bezeugt: Ja, ich komme bald. – Amen, komm, Herr Jesus!

Offenbarung 22,20


Es gibt Tage wie diese. Ich stehe zu spät auf. Schnell unter die Dusche, anziehen und ein paar Happen Müsli reinschaufeln. Auf meinem 150 Meter langen Weg in mein Büro habe ich keinen Blick für die Blumen im Park, kein Auge für Kollegen der Betriebstechnik, die früher aufgestanden sind als ich. Meine Sekretärin spürt meine schlechte Laune. Dringend muss ich einige Entscheidungen treffen. Habe ich mich falsch entschieden? In der Sitzung läuft auch nicht alles glatt. Es gibt Tage wie diese. Ich frage mich, wofür das alles? Warum tue ich das mir und anderen an?

Auf dem Weg nach Hause erhasche ich einen Blick auf das erhabene Hauptgebäude unserer kleinen christlichen Hochschule. „Der Herr kommt“ steht dort geschrieben, in großen Buchstaben eingemauert in die Wand.

Ich brauche dieses Aufschauen auf Jesus und sein Wort. Es gibt mehr als die Bewältigung der täglichen Kleinigkeiten im Büro eines Hochschulkanzlers.

Ich arbeite mit auf dieses große Ziel hin: „Komm, Herr Jesus.“ Diese Worte richten mich auf, auch an verkorksten Tagen.

Manchmal drohen wir unterzugehen in den Aufgaben und Belastungen unseres Lebens. Studium, Arbeit, Familie, Ehrenamt. Wir kämpfen mit der eigenen Krankheit, die Pflege eines geliebten Menschen fordert uns ganz. Die Gesellschaft um uns herum scheint in Aufruhr. Flüchtlingsströme, Umweltzerstörung, Terror und Kriege. All das dringt hinein in unsere kleine Welt. Können wir das alles bewältigen?

„Ja, ich komme bald.“ Jesus ermutigt uns, immer wieder auf seine Worte zu schauen, daraus Kraft zu schöpfen. „Deshalb: Wenn sich dies alles zu erfüllen beginnt, dann seid zuversichtlich – mit festem Blick und erhobenem Haupt! Denn eure Rettung steht kurz bevor.“ (Lk 21,28 Hfa) Das ruft er uns zu in den unruhigen Zeiten unseres Lebens, in der Ruhelosigkeit dieser Welt.

Ich bin angewiesen auf dieses mächtige Wort meines Herrn. Es gibt meinem Leben Sinn undZiel. Ich weiß jetzt, warum ich etwas mache und mich ganz reinhänge. Im Tiefsten meiner Seele bete ich zu ihm: „Amen, komm, Herr Jesus!“ Und ich weiß, es stimmt, was er sagt: „Ja, ich komme bald.“

Roland Nickel


© Advent-Verlag Lüneburg


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