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40/2018
 

Barmherzig und gnädig ist der HERR, geduldig und von großer Güte.

Psalm 103,8

Barmherzigkeit ist eine Eigenschaft Gottes. Auf dem Berg Sinai, als Gott sich Mose offenbarte, sagte der: „HERR, Herr, Gott, barmherzig und gnädig und geduldig und von großer Gnade und Treue.“ (2 Mo 34,6) Warum stellt sich der Herr Mose hier nicht als allmächtig, allwissend und allgegenwärtig vor, sondern als der Barmherzige? Hätte das Mose vielleicht eingeschüchtert? Ein barmherziges und gnädiges Gegenüber dagegen weckt Vertrauen und macht Nähe möglich, denn Gott sehnt sich nach einer engen, vertrauensvollen Beziehung zu uns Menschen.

Wer barmherzig ist, handelt demnach wie Gott, ahmt ihn nach. Barmherzigkeit ist wohltuend, und das nicht nur für den Empfänger, sondern auch für den Geber - das haben wir sicherlich schon mal selbst erlebt.
Barmherzigkeit stellt zudem die Währung dar, in der Gott rechnet. Jesus sagt: „Freuen dürfen sich alle, die barmherzig sind - Gott wird auch mit ihnen barmherzig sein.“ (Mt 5,7 GNB)

Doch versäumen wir im Alltag nicht oft Gelegenheiten zur Barmherzigkeit? Ich las folgenden berührenden Bericht: „Vermieter Jack macht das Weihnachtsfest seiner Mieter zu einem ganz besonderen', berichtet die Daily Mail. Im Brief des Vermieters an seinen Mieter Mike, der seit dem Tod seiner Schwester im Oktober mit deren Kindern zusammenlebt, steht: ,Mike - ich weiß, Ihr hattet in den vergangenen Monaten Stress mit Euren Jobs, und ich wollte mich nur bei Euch bedanken, dass Ihr die Miete immer zuverlässig gezahlt habt. Deswegen schenke ich Dir und den Deinen, dass ich auf die Dezembermiete verzichte, damit Du Deiner Familie ein gutes und anständiges Weihnachtsfest bescheren kannst. Wir machen einfach im Januar weiter. Frohe Weihnachten. Jack.'“ (MieterZeitung 6/2015)

Lasst uns (nicht nur in der Adventszeit) Ausschau halten nach täglichen Gelegenheiten, Menschen durch unser Verhalten etwas von Gottes Barmherzigkeit ahnen zu lassen!

Gerda Polchlopek-Pelczar


© Advent-Verlag Lüneburg


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